Aufnäher aufbügeln – so geht’s richtig

Aufnäher zum aufbügeln

Das Aufbügeln von Aufnäher bzw. Patches ist die Alternative zum Aufnähen mit Nadel und Faden. Es ist für Viele die einfachere Art, einen Aufnäher anzubringen. Allerdings muss auch beim Aufbügeln einiges beachtet werden. Wir geben hier Tipps, damit die Freude am Ihren Aufnähern lange anhält.

Wie geht Aufbügeln von Aufnähern richtig?

Wie lange ein aufgebügelter Aufnäher hält, hängt auch damit zusammen, wie sorgfältig Sie beim Aufbügeln vorgehen. Wie aber bügelt man einen Aufnäher korrekt und fehlerfrei auf? Hier ein paar wichtige Tipps für lange Haltbarkeit:

  1. Das Bügeleisen sollte auf die höchste Stufe eingestellt werden, allerdings ohne die Dampffunktion. Vor dem Aufbügeln das Bügeleisen unbedingt ausreichend vorheizen.
  2. Legen Sie den Stoff, auf dem der Patch aufgebügelt werden soll, so glatt wie möglich auf den Untergrund. Liegt der Stoff nicht glatt und faltenfrei, kann der Kleber nicht richtig haften. Die Folge: der Aufnäher verzieht sich und hält nicht so gut.
  3. Die Stelle, an der der Aufnäher angebracht werden soll, jetzt vorbügeln. Das entfernt nochmal kleinere Falten und wärmt den Stoff vor.
  4. Legen Sie den Aufnäher an der richtigen Stelle möglichst glatt und gerade auf die Kleidung, damit sich später keine Falten bilden. Ein dünnes Tuch darüber legen (z.B. Butterbrotpapier, Stoff-Taschentuch, Küchentuch o.ä.), um den Aufnäher zu schonen.
  5. Anschließend wird mit dem heißen Bügeleisen von innen nach außen gebügelt. Das heißt, man benutzt nur die Spitze des Eisens. Diese führt man mit ausreichend Druck von innen nach außen. Dabei schmilzt der Kleber in der Transferfolie des Patches und färbt sich leicht bräunlich.
  6. Die Bügelzeit sollte etwa 20-30 Sekunden bei mittlerem Druck betragen. Nicht zu kurz, damit der Stoffkleber auch schmelzen und sich mit dem Untergrund verbinden kann, aber auch nicht zu lange, damit eine zu lange Hitze die Stoffe nicht beschädigt.
  7. Ränder und insbesondere Spitzen des Aufnähers sollten besonders intensiv bearbeitet werden.
  8. Jetzt nochmal auf Links drehen und von unten zusätzlich etwas Nachbügeln.

Da mit großer Hitze gearbeitet wird, sollte auf einen geeigneten Untergrund geachtet werden. Ein Bügelbrett, das mit einem guten und glatten Überzug ausgestattet ist, ist sehr gut geeignet.

Nicht alle Stoffe sind für das Aufbügeln geeignet!

ACHTUNG: Bügeln Sie Aufnäher nur auf BAUMWOLL-Textilien auf. Prüfen sie vor dem Anbringen des Patches unbedingt auf dem Etikett, welches Material vorliegt.

Auf Textilien aus Kunstfasern können Aufnäher nicht aufgebügelt werden bzw. sie würden Schaden nehmen. Das Problem ist, dass Kunstfasern einerseits durch die Hitze, andererseits durch den Kleber Schaden nehmen können.

Für Kunstfaser (Polyester, etc.) oder Mischgeweben nähen Sie die Aufnäher lieber auf.

Das passiert beim Aufbügeln

Zum Anbringen haben Bügel-Aufnäher auf der Rückseite eine sogenannte Transferfolie. Diese ist mit einem speziellen Stoffkleber ausgestattet, der speziell für das Kleben von Textilien entwickelt ist. Fährt man nun mit dem Bügeleisen über den Aufnäher, schmilzt der Klebstoff der Transferfolie und dringt ein Stück weit in den Stoff des Untergrunds sowie den Aufnäher ein. Dort wird er dann wieder fest und verbindet zuverlässig Aufnäher mit Trägerstoff.

Waschen von aufgebügelten Aufnähern

Aufgebügelte Aufnäher können im Normalfall in der Waschmaschinen mit gewaschen werden. Gerade bei den Patches, die aufgebügelt wurden, sollte man aber auf eine möglichst schonende Wäsche achten.

Das heißt einerseits, die Kleidung unbedingt auf links zu drehen. Andererseits lieber im Schonwaschgang ohne Schleudergang bis max. 30°C waschen (damit der Kleber sich nicht löst und der Aufnäher geschont wird) und anschließend nur vorsichtig in Form ziehen.

Um den aufgebügelten Aufnähern (und gerade Spitzen der Aufnäher) beim Waschen etwas mehr Stabilität zu geben, kann man die Ränder auch zusätzlich mit ein paar Nadelstichen fixieren. Dazu sollte allerdings möglichst unauffälliges Garn verwendet oder das Garn nach dem Waschen wieder entfernt werden.

Ein paar weitere Tipps für Bügel-Aufnäher

Sollten sich nach längerer Nutzung einmal Spitzen oder Ränder des Aufnähers anfangen zu lösen, können Sie im Fachhandel (z.B. Drogerie oder online) auch Textilkleber in kleinen Tuben kaufen. Damit können Sie dann kleinere Stellen nachkleben.

Will man irgendwann einmal wieder Klebstoff-Flecken entfernen, kann man das mit Waschbenzin bzw. Aceton probieren. Seien Sie aber gewarnt: einerseits kann darunter der Stoff in Mitleidenschaft gezogen werden, andererseits gibt es keine Garantie, dass der Textilkleber sich wieder vollständig entfernen lässt. Daher dieser Tipp nur für den Notfall.

Tipp zum Schluss: friert man das Ganze ein, so verlieren viele Klebstoffe ihre Klebfähigkeit und man kann versuchen, aufgeklebte Sachen wieder zu entfernen (aber auch hier gilt: der Tipp ist eigentlich nur für den Notfall gedacht, ein 100%iges entfernen ist nie garantiert und die Stoffe leiden sicherlich auch unter der Prozedur).

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