14. Juni 2024 21:18

Patches aufkleben – das müssen Sie beachten

Patches bzw. Aufnäher müssen nicht immer mit Nadel und Faden aufgenäht werden. Sie können auch durch Kleben angebracht werden. Allerdings sollte man dabei einiges Beachten. Bevor Sie also Ihre Kleidung unnötig beschädigen, lesen Sie lieber die folgenden Informationen aufmerksam durch.

Keine normalen Alleskleber verwenden

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Zum Anbringen von Patches sollten sie möglichst nicht die Alleskleber (z.B. von Uhu, Pattex, etc.) oder irgendwelche anderen Klebestoffe aus dem Haushalt verwendet.
Manche dieser Kleber haben Chemikalien, die Stoffe oder Leder, auf die sie Ihre Patches aufkleben wollen, beschädigen. Aber selbst, wenn sie für diese Materialien geeignet sind, werden sie oft nach dem Trocknen unerwünscht fest und die Kleidung mit Aufnäher ist dann unangenehm zu tragen. Außerdem sind diese Kleber oft nicht oder nur schlecht waschbar oder wetterfest.
Zum Glück gibt es aber auch spezialisierte Klebstoffe.

Textilkleber zum Patches-Kleben

Im Handel bekommen Sie spezielle Textilklebstoffe (auch Stoffkleber genannt). Sie können damit Aufnäher bzw. Patches auf sehr viele Untergrundmaterialien aufkleben. Diese Kleber sind speziell auch für flexible Materialien wie z.B. Kleidung, Taschen, Kissen, etc. entwickelt. Sie dringen in das Stoffgewebe ein und verbinden es nach dem Aushärten flexibel (neben dem Patch-Anbringen können sie diese Klebstoffe daher auch zur Reparatur von Textilien verwenden). Außerdem sind sie darauf ausgelegt, auch einen Waschvorgang deutlich besser auszuhalten, als andere Klebstoffe.

Auch wenn Textilkleber für sehr viele Materialien geeignet sind – sie sind es nicht für alle. Selbst solche speziellen Kleber sind für besonders empfindliche Textilien (z.B. Seide) nicht geeignet und würde diese beschädigen (das gilt auch je nach Klebstoff oft auch für Kunststoffe wie PE, PP, etc.). Für Leder-Untergründe ist ein Teil der Textilkleber durchaus geeignet. Welche Materialien genau geeignet sind und welche nicht unterschiedet sich im Detail auch von Kleber zu Kleber. Lesen Sie daher immer genau die Anleitung des jeweiligen Klebstoffs, ob er auch für ihren Fall wirklich verwendbar ist.

Beispiele für Textilkleber sind z.B. der Pattex Spezialkleber Textil oder der Uhu Textil Spezialkleber.

Patches aufkleben – so geht’s

Der Textilkleber wird einerseits sowohl auf der Aufkleber-Rückseite dünn aufgebracht und andererseits auch an der Stelle, an der der Patch aufgeklebt werden soll. Dort den Kleber am besten in genau der Form und Größe des aufzuklebenden Patches aufstreichen. Dann werden beide Teile (Patch und Untergrund-Textil) aufeinandergelegt und etwas angepresst. Am besten so fixieren, damit sich nichts mehr bewegt, bis der Kleber ausgetrocknet ist (bei den meisten Klebern ca. 30-60 min). Dann am besten nochmal überbügeln – das festigt den Textilkleber nochmal besonders.

Achtung: es gibt auch Textilkleber, die gleich am Anfang erst erhitzt werden müssen mit dem Bügeleisen. Daher immer unbedingt die Anleitung des Klebers lesen, wie das bei Ihrem Kleber zu machen ist.

Patches mit Bügelfläche: die einfachere Art, Patches aufzukleben

Wesentlich einfach als extra Textilkleber zu kaufen und zu verwenden, sind Aufnäher, die mit fertiger Bügelfläche versehen sind. Während sie bei (den meist flüssigen) Textilklebern darauf achten müssen, dass nichts tropft, kein Kleber über den Aufnäher-Rand hinausläuft und der Kleber genau in der Form des Aufnähers aufgebracht wird, ist das mit Bügelfläche viel einfacher – denn da ist der Kleber bereits vorab exakt angebracht.

Genau genommen ist das Aufbügeln von Patches nämlich auch ein Aufkleben. Die auf der Aufnäher-Rückseite angebrachte Bügelfläche ist nämlich ein spezieller Textilkleber, der bei Hitze (durch das Bügeleisen) flüssig wird und sich mit dem Untergrund-Textil verbindet. Daher ist Kleben mit dem Bügeleisen und der Kauf von Patches mit fertiger Bügelfläche am allereinfachsten.

Achtung aber: solche Bügelflächen sind nicht geeignet für Leder-Untergründe und auch nicht für hitzeempfindliche Kunststoff-Textilien.

Etwas spezieller: extra Bügelfolie zum aufkleben

Es gibt im Handel auch spezielle Bügelfolie. Die legt man zwischen zwei Textilstücke und kann diese dann mit dem Bügeleisen verkleben. Das ist für Aufnäher aber weniger zu empfehlen. Zum einen muss man extra von Hand die Bügelfolie genau in der Form des Aufnähers ausschneiden, zum andere ist eine vorab angebrachte Bügelfläche zuverlässiger, weil sie durch die vorherige, exakte Anbringung beim Bügeln viel besser alle Stellen mit Textilklebstoff erreicht.

Also Patches aufkleben am besten lieber gleich mit fertiger Bügelfläche bestellen, einen speziellen Textilkleber kaufen und extra Bügelfolie nur für spezielle Ausnahmefälle verwenden.

Wann ist Patches aufkleben sinnvoll?

Die wichtigsten Gründe, Aufnäher zu kleben, sind einerseits, dass man sich den Umgang mit Nadel und Faden sparen möchte und das Kleben teils als angenehmer und einfacher empfunden wird. Zum anderen gibt es Untergründe, auf die man Patches anbringen will, die aber nicht oder nur schwer nähbar sind, z.B. Taschen, sehr dicke oder fest Stoffe, etc. (lesen Sie dazu außerdem unseren Vergleich zwischen Aufbügeln (aufkleben) und Aufnähen von Patches). Manchmal ist es schließlich sogar eine Frage der Optik, wenn bei sehr feinen Motiven kein Nähfaden der Anbringung zu sehen sein soll. In all diesen Fällen können flüssige Textilkleber sehr hilfreich und sinnvoll sein.

Wissen sie allerdings vor dem Kauf, dass sie Ihre Patches immer aufzukleben wollen, dann sollten sie diese am besten gleich mit Bügelfläche bestellen. Der Kleber ist dann schon perfekt für die Form des Aufnähers angebracht, es kann nichts tropfen und das Aufbügeln (sprich: mit dem Bügeleisen aufkleben) ist sehr einfach. In der Zukunft kann dann aber ein flüssiger Textilkleber zusätzlich dennoch hilfreiche sein: zum Beispiel, wenn sich aufgeklebte bzw. aufgebügelten Aufnäher am Rand etwas gelöst haben (z.B. vom Waschen) und man sie gezielt wieder vollständig befestigen will, bevor sie sich noch weiter mehr lösen.

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